Am Donnerstag, 19. Februar 2026 durften die Kinder, die aktuell das zweite Kindergartenjahr in Ober- oder Unterentfelden besuchen, einen ganz besonderen Anlass erleben: In drei Gruppen à rund 50 Kinder nahm sie der bekannte Kinderbuchautor Lorenz Pauli mit auf eine einstündige Reise in die Welt der Fantasie.
Und diese Reise begann nicht etwa mit einem klassischen «Es war einmal…». Nein – zuerst wurde herzhaft gegähnt, gesungen und erzählt. Schon nach den ersten Tönen kugelten sich die Kinder vor Lachen. Mit grosser Präsenz kam Lorenz Pauli auf die Bühne, winkte in die Runde und fragte schelmisch, ob die Kinder auch hier seien, um eine Geschichte zu hören. Nach dem begeisterten „Jaaa!“ setzte er sich kurzerhand ins Publikum – und wartete… auf den Erzähler. Bis ihm einfiel, dass dieser wohl er selbst ist.
Im rot-schwarz gestreiften Pullover und mit passenden Socken begann dann ein Feuerwerk aus Worten, Bildern und Ideen. Mit gross gezauberten Memorykarten erfand er – unterstützt durch die Kinder – eine erste Geschichte. Die Kinder durften eine Zahl von eins bis fünf nennen, dann wurde in verschiedenen Sprachen gezählt, zur entsprechenden Memorykarte gehüpft und eine neue Karte aufgedeckt: Eine Maus, eine Tür, eine Rakete, ein Glacé, ein Hamburger – und daraus entstand eine herrlich lustige Geschichte.
Anschliessend zeigte Lorenz Pauli, wie eine Geschichte überhaupt entsteht. Er schrieb, las vor – und verwandelte dabei das Wort Oberentfelden in die lustigsten Wortspiele. Besonders viel Gelächter gab es bei Versionen wie „Entenfeldohren“.
Doch zufrieden war er mit seiner Geschichte nicht. Kurzerhand landete sie im Abfallkübel. Dort begann allerdings das nächste Problem: Der Abfallkübel konnte nicht schlafen – und mischte sich ständig ein. Er behauptete, er könne „kein Auge zu tun“, hatte allerdings auch keine Augen. Die hatte er nämlich gegessen. Zum Glück konnte Lorenz Pauli die Augen wieder aus dem Kübel holen und ihm aufsetzen. Und weil auch das noch nicht reichte, bekam der Abfalleimer später sogar einen Schnuller – damit endlich Ruhe einkehrte.
Eine ganze Stunde lang hielt Lorenz Pauli die Aufmerksamkeit der Kinder mühelos fest. Mit Reimen, Wiederholungen, viel Mimik, Gestik, Geräuschen, Bewegung und immer wieder mit den Ideen und Vermutungen der Kinder selbst. Zwischendurch durften alle aufstehen und gemeinsam mit ihm Arme, Beine und Ohren lockern:
«Vo hie nach da, vo da nach hie, a de Ohre zieh und stampfe wie no nie!»
Es folgte eine weitere humorvolle Geschichte rund ums Entschuldigen und Missverstehen, in der Lorenz Pauli einmal mehr zeigte, wie lebendig und nahbar Geschichten sein können. Zum Abschluss entstand live eine kleine Zeichengeschichte auf der Leinwand, bei der aus einfachen Formen Schritt für Schritt ein überraschendes Bild wurde.
Zum Abschied verteilte Lorenz Pauli Autogrammkarten – damit die Kinder ihren Eltern zu Hause nicht nur vom „uiuiui ououou vergässe“ erzählen mussten, sondern auch ganz sicher wussten, wie der Geschichtenerzähler heisst.
Was für ein vielseitig talentierter Mann – als Erzähler, Schauspieler, Zeichner und Improvisationskünstler begeisterte er die Kinder auf ganzer Linie. Die Kinder, wie auch die anwesenden Lehrpersonen, hatten sichtlich grossen Spass – und haben in dieser einen Stunde ganz viel gelacht. Eine grossartige Lesung – herzlichen Dank an Lorenz Pauli und die Mitarbeiterinnen der Bibliothek.
Nicole Mösch







